Lesen Sie den vollständigen Artikel mit Finn Ole Semrau, erschienen beim MDR, am 06. November 2025 hier.
„Das Bundeskanzleramt lädt heute zum Stahlgipfel. Nicht zum ersten Mal–das macht deutlich, wie angespannt die Lage in der Branche mittlerweile ist. Es drücken hohe Energiepreise, aber vor allem die Konkurrenz aus Asien. China flutet Europa mit billigem Stahl, den das Land wegen Trumps Zollpolitik in den USA nicht mehr los wird. Deutsche Firmen können da kaum mithalten. Branchenvertreter, Ökonomen und Gewerkschafter sind auf der Suche nach Lösungen.„
„Finn Ole Semrau vom Kieler Institut für Weltwirtschaft würde den Rabatt zeitlich begrenzen: ‚Ein Industriestrompreis kann eine sinnvolle Maßnahme sein, um kurzfristig höhere Energiekosten auszugleichen. Dies sollte aber eben immer als Brücke in die Zukunft gedacht werden.‘“
„Das Symptom seien die hohen Energiekosten, so der Ökonom. Aber die Lösung könne nicht der Industriestrompreis sein, sondern es müssten Reformen im Energiesektor sein, die langfristig die Kosten senken.„
„Höhere Zölle auf chinesischen Stahl lehnt Semrau ab. Der Ökonom sagt, Deutschland habe immer vom freien Handel profitiert und er warnt vor protektionistischen Maßnahmen: ‚Protektionismus führt dazu, dass die Stahlprodukte teurer werden. Die Gewinner sind natürlich die Stahlunternehmer in Deutschland. Aber die Verlierer wären die Unternehmen, die diesen Stahl beziehen und teure Preise zahlen müssten.‘“